Pflanzenschutz AKTUELL -Ausgabe 14/2017

Setzen Sie für Ihre Kulturen die richtigen Maßnahmen gegen Schädlinge, Krankheiten oder Unkräuter.

[149759973803631.jpg][149759973803631.jpg][149759973803631.jpg][149759973803631.jpg]
 
Noch zeigen sich die Bestände von der Trockenheit großteils unbeeindruck. Bleibt es in den nächsten Wochen trocken werden Mangelsymtome sichtbar werden. Dazu nachfolgende Information um einige Mangelsymtome abgeklären zu können. So können dann Gegen-Strategien für die Folgejahre erarbeitet werden.

Nachstehend einige Bilder inkl. Erklärungen aus NÖ.
[1497599889304469.jpg][1497599889304469.jpg][1497599889304469.jpg][1497599889304469.jpg]
 
[1497599947783746.jpg][1497599947783746.jpg][1497599947783746.jpg][1497599947783746.jpg]
 
Typischer Bormangel mit Aufhellungen im Bestand bei beginnender Trockenheit. Gleichzeitig ein nicht geschlossener Bestand mit höherem Unkrautdruck.
[1497600118308298.jpg][1497600118308298.jpg][1497600118308298.jpg][1497600118308298.jpg]
 
links schorfige Stiele mit Herzfäule; rechts ausgeprägte Fäulnis der Rübe und gut zu erkennen die vielen neuen Vegetationspunkte am oberen Rübenkörper.
[1497600224586663.jpg][1497600224586663.jpg]
 
Aufhellungen mit rissigen Blättern, das für Bormangel typische Blatt.
[1497600302687470.jpg][1497600302687470.jpg]
 
Der Molybdänmangel, auch Klemmherzigkeit genannt zeigt sich mit nach oben wölbenden Blättern.
[1497600377211665.jpg][1497600377211665.jpg]
 
Molybdänmangel mit nach oben wölbenden Blättern.

Was ist mit den Beständen los?

WITTERUNG: Es fällt immer öfter auf, dass sich Zuckerrüben in der 2. Kulturhälfte nicht zufriedenstellend entwickeln. Was ist die Ursache dafür? Macht man sich auf die Suche nach den Gründen, fallen mehrere Aspekte besonders auf.
Wassermangel: Hier ist es wichtig auch längere Zeit zurückzuschauen. Zeigen Rüben im Sommer starken Wassermangel ist dies oft auch auf die trockenen tieferen Bodenschichten mit nur unzureichenden Wasserreserven zurückzuführen. Bei den in Rübenanbaugebieten üblichen Feldkapazitäten von 200 – 250 Liter/m² braucht es eben auch mindestens diese Niederschlagsmengen (im Herbst und Winter) um die unteren Bodenschichten wieder aufzufüllen. Natürlich zuzüglich des aktuellen „Verbrauchs und unproduktiver Verdunstung, usw.. .
BOR: Die Rüben zeigt in vielen Fällen ein Mangel an Bor, der sich beginnend mit rissigen Blättern sowie schorfigen Blattstielen zeigt. Schnell geht dieses Schadbild in die sogenannte Herzfäule u. Trockenfäule über, wo der Vegetationskegel abstirbt. Kleinere Rüben sterben dabei ganz ab. Größere Rüben reagieren zum späteren Zeitpunkt mit dem Absterben des Vegetationskegels und der Ausbildung von mehreren neuen Vegetationspunkten. Dieses Schadbild geht immer ein her mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Hohlherzigkeit der Rübe. Diese Hohlherzigkeit ist auf eine Wechselwirkung von Bor mit Calcium zurückzuführen. Bor fördert die Aufnahme von Calcium und erhält so die Ausbildung gesunder, starker Zellen.
Bormangel tritt häufig auf und hat die Ursache in den immer geringeren Bodengehalten, die häufig bereits so niedrig sind, dass die Bormängel nicht mehr über eine ausschließliche Blattdüngung auszugleichen sind. Blattdünger in Form von Borsalzen haben neben einer geringeren Blattwirkung das Problem, über höhere Gesamtgaben - insbesondere bei hoher Sonneneinstrahlung - Blattschäden verursachen zu können.
MANGAN: Ein möglicher Mangel ist der Manganmangel, den man neben Standorten mit zu geringem Gesamtgehalte auch bei pH über 6,5 antrifft, weil Mangan schnell festgelegt wird. Ausreichend mit Mangan versorgte Pflanzen weisen eine geringere Transpiration auf, weshalb diese Pflanzen länger mit den Wasserreserven im Boden auskommen. Aber auch Nitratstickstoff wird besser in die Reservestoffe der Pflanzen umgewandelt. Mangelernährte Rüben zeigen Manganmangel zuerst durch Gelbwerden der Bestände bei noch grünen Rüben in den Fahrspuren, wo aufgrund der etwas stärkeren Verdichtung mehr Kapillarität vorhanden ist und Mangan etwas länger verfügbar bleibt. Bei intensiverem Manganmangel kommt es auch zur sogenannten Gelbfleckigkeit der Blätter. Manganmangel bedeutet immer einen reduzierten Zuckergehalt.
MOLYBDÄN: Ein Mangel an Molybdän zeigt sich in einem nach oben Aufwölben der wachsenden Blätter, da die Blattspreiten gegenüber der Blattfläche nicht mitwachsen. Molybdän wird in seiner Wirkung oftmals unterschätzt. So beeinflusst es wie Mangan die Umwandlung von Nitratstickstoff in die Reservestoffe der Pflanzen und ist an weiteren wichtigen Enzymreaktionen beteiligt. Bei Molybdän ist eine Bodendüngung vorteilhaft, da es somit kontinuierlich dem Bedarf der Rüben entsprechend auf genommen werden kann. Bei Blattdüngergaben reichen schon sehr geringen Mengen aus. (sind meist in Kombiprodukten enthalten)

Strategie

Vor Kulturbeginn ist bei der Zuckerrübe eine Bodenprobe von großer Bedeutung, unter Einbeziehung der Mikronährstoffe Zink, Mangan, Bor, Kupfer sowie Molybdän. Dadurch ist eine vorausschauende Bodendüngung mit verfügbaren Mikronährstoffen möglich. Geteilte Bodenuntersuchungen bei Schlägen wie am ersten Bild sind unbedingt notwendig. Stichwort „smart farming“
Bei einem erhöhten Bedarf an Spurenelementen sowie bei extremer Trockenheit ist eine Ergänzung durch Flüssigdünger in Chelatform oder bei Bor in Form einer Komplexbindung wichtig.
Es sollte darauf geachtet werden, die Calciumgehalte und - verfügbarkeit zu prüfen und gegebenenfalls zu Kulturbeginn über die Düngung auszugleichen. Schwefel ist für eine ausreichende Stickstoffumwandlung notwendig. Es bietet sich an, diesen in Form eines Sulfates zu geben, welches für die Pflanzen schnell verfügbar ist. Eine optimierte Düngung muss nicht heißen, mehr Stickstoff, Phosphor und Kalium zu geben, sondern alle Nährelemente einzubeziehen. Durch die Bodendüngung mit Spurenelementen ist es möglich, die Hauptnährstoffe N, P und K aufgrund der optimierten Aufnahme optimal zu nutzen und so auch der aktuellen Düngeverordnung besser zu entsprechen. Düngermischanlagen bieten eine optimale Zusammensetzung der Düngemittel, entsprechend dem Bedarf der Pflanzen sowie den Gehalten im Boden. Sprechen Sie mit ihrem Lagerhaus, um die bestmögliche Strategie sowie optimalen Düngermengen für ihren Bestand abzusprechen.

Empfehlungen:

Bodendüngung als Ergänzung der üblichen Blattdüngerstrategie bei schwierigen Feldstücken: EXCELLO-331 in einer Aufwandmenge von 100-150 kg/ha zur Aussaat. Es ist auch möglich, EXCELLO schon ab Herbst in die Bodenbevorratung zu geben, die Mikronährstoffe werden nicht ausgewaschen und stehen somit zu Kulturbeginn ausreichend zur Verfügung. Blattdüngung: Witterungsbedingte Mangelerscheinungen können wenn die Gehalte im Boden in Ordnung sind nur mit einer Blattdüngung ausgeglichen werden. Zur Abdeckung des erhöhten Bedarfs, während der Saison die bekannten Vollchelate und Volldünger einsetzen. Eine nachhaltige wie ausgewogene Düngung bedeutet gesunde Pflanzen, bessere Erträge und optimierte Zuckergehalte!

Ihr Berater im Lagerhaus hat die richtige Lösung für Sie!

Aktuelle Empfehlungen

Weizen: Blattdünger zum Abschluss? Durch die Trockenheit ist von Harnstoff als Blattdünger abzuraten da so der Trockenstress verstärkt wird. Eine Epso Top Anwendung um die Kornfüllung (Quantität) anzuschieben kann bis 1 Woche nach der Blüte (Staubbeutel hängen heraus) erfolgen. Eine Kombination mit einem formulierten Blattdünger kann zur Absicherung des Proteingehalts sinnvoll sein. Die Magnesiumgabe hält den Bestand, vor allem bei Trockenheit, länger grün.
[1497602678595753.jpg][1497602678595753.jpg][1497602678595753.jpg][1497602678595753.jpg]
 
Zuckerrübe: Reihenschluss! Extra Überfahrt mit Bor, Mangan und Epso Top. Oder mit einer Fertigmischung wie Agro HI Hackfrucht. Nicht bis zur ersten Cercosporaspritzung warten!

Mais/Kartoffel: Trockenstress! Hier besteht die Möglichkeit mit Allrounddüngern den Stress zu lindern.
  • Agro Hi Hackfrucht
  • Fertiactyl starter
  • Plonvit opty
Wein: Trockenheit  Eisenchlorosen, Magnesium- und Kaliummangel, teilweise Zinkmangel
Eisen: Leider wurde wieder in vielen Fällen so lange zugewartet bis sichtbarer Mangel vorhanden ist.
[14976030253421.jpg][14976030253421.jpg][14976030253421.jpg][14976030253421.jpg]
 
Dieser Rückstand ist jetzt schwer wieder aufzuholen. Nach der Blüte kann mit Eisenchelat über das Blatt ausgeglichen werden. Zur besseren Wirkung sollten N-Haltige Blattdünger ergänzt werden. Bei sichtbarem Mangel ist es bereits schwer eine schnelle Korrektur zu schaffen. Zink: Sieht man Kurzknotigkeit liegt Zinkmangel vor. Hier ist es jetzt schon zu spät. Unbedingt Zinkchelat im nächsten Jahr einplanen Magnesium: Blattanalysen zeigen beginnen den Mg-Mangel. Teilweise sind die fingerartigen Aufhellungen bereits sichtbar.  Blattdünger Kalium: Die aktuelle Trockenheit kann auch einen späteren Kaliummangel auslösen. Auf gefährdeten Standorten ist jetzt mit den Anwendungen zu beginnen.
  • Carbo ECO K – das einzige flüssige Kaliumprodukt
  • Plonvit Kalium – enthält auch NP und Spurenn.
Obstbau: Neues Produkt: Agro Hi Wein+Obst Agro Hi Wein+Obst ist stickstofffrei und enthält hohe Mengen an Ca, Mg und die Spurennährstoffe Fe, Mn und Zn. Somit ist es speziell auch im Obstbau breit einsetzbar. Zudem sind Pflanzenaktivatoren enthalten. Wie nutzt man die Stresssituation auf den Feldern? Beobachten Sie jetzt ihre Bestände auf den Feldern genau. Wenn sie dann einen Nährstoffmangel klar identifiziert haben können sie in den Folgejahren gezieht an diesen Standorten auf das bekannte Problem reagieren.
Autor:
Abt. Pflanzenschutz/ RWA