Information zur Poolvermarktung 2018

Wichtige Informationen für die Landwirte von unserer Geschäftsführung!

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Geschätzter Landwirt, wertes Mitglied unserer Genossenschaft!

Die Getreideernte 2017 war gebietsweise mengenmäßig eine der schwächsten Ernten der letzten Jahre. Trotz eines in Österreich überdurchschnittlich hohen Qualitätsspektrums bei Brotgetreide, haben Anrainerstaaten wie Tschechien, die Slowakei und Ungarn bei ähnlichen Bedingungen ebenfalls sehr gute Qualitäten hervorgebracht. Dies verschärfte die Wettbewerbssituation für Österreichischen Premiumweizen ebenso wie eine, in unserem Hauptexportland Italien, qualitativ sehr gute Ernte. Zurzeit stehen die Getreidepreise unter dem Einfluss von Währungsschwankungen, wechselnden Wetterprognosen und Zustandsberichten über die Bestandsentwicklung der einzelnen Kulturen für die neue Ernte.
Einig sind sich alle Marktbeobachter jedoch darin, dass die Preise auch in Zukunft immer wieder großen Schwankungen unterworfen sein werden und damit das Preisrisiko für Produzenten, Handel und Verarbeiter enorm hoch bleiben wird. Als Ihr Vermarktungspartner und Getreide-/Ölsaatenspezialist informieren wir Sie gerne, welche Möglichkeiten grundsätzlich bestehen, um Marktrisiken zu begrenzen, und welche Vermarktungsmodelle wir dazu anbieten.
Rahmenbedingungen, die sich rasch ändern, bieten gleichzeitig auch immer wieder gute Absatzchancen. Der wichtigste Grundsatz bei der Begrenzung von Vermarktungsrisiko ist daher, laufend am Markt zu sein und eine gute Einschätzung seiner eigenen Kosten zu haben. Bereits vor der tatsächlichen Ernte gibt es Aufkaufsangebote über Anbau- und Lieferverträge. Diese bieten Fixpreise für den erwarteten Durchschnittsertrag oder zumindest für Teile davon. Daraus lassen sich gute Rückschlüsse über die Anbauverteilung ableiten.
Eine weitere Möglichkeit, wie Sie „laufend“ die aktuellen Preise nutzen können, bieten die Euronext-Verträge. Dabei schließen Sie einen Rahmenvertrag für eine fixe Menge und können danach (meist bis Mitte Juli) den tatsächlichen Verkaufspreis von aktuellen Notierungen an der Euronext, Paris, ableiten lassen. Bei allen „laufenden“ Vermarktungsmodellen sind Sie jedenfalls gefordert, ständig den Überblick über die aktuelle Marktlage und die bestehenden Verkaufsmöglichkeiten zu bewahren.
Zusätzlich bieten wir an, den Verkauf über professionelle, internationale Getreidehändler im „Pool“  abwickeln zu lassen. Dieses Vermarktungsmodell hat in Österreich große Tradition und findet in der EU große Beachtung und zunehmende Nachahmung. Nach der Getreideernte können Sie nach freier Wahl entscheiden, ob Sie Teile oder die gesamte Anlieferung aus der Getreide-Ernte zur Abwicklung über den Pool anmelden wollen („Mengenmeldung“). Mit dieser Mengenmeldung nehmen Sie an unserem Poolsystem teil und stimmen der beschriebenen Abwicklung zu. Für die eingebrachte Menge erhalten Sie zunächst eine Akonto-Zahlung auf Basis unserer Einschätzung der Vermarktungsmöglichkeiten zum Zeitpunkt der Ernte. Die Ware wird in weiterer Folge in Zusammenarbeit mit den Händlern des RWA-Konzerns nach bestem Wissen und Gewissen, das heißt der Qualität und Marktentwicklung entsprechend, verkauft. Am Ende der Vermarktungssaison erfolgt dann die Fixierung des Preises auf Basis des tatsächlich eingetretenen Vermarktungserfolges nach Abzug der Kosten des Aufkäufers und nach Abzug einer marktüblichen Spanne. In Hinblick auf die geleistete Akontozahlung ist sodann eine Anpassung auf den fixierten Preis möglich.

Wie läuft die Abwicklung der Poolvermarktung im Detail ab?

  • Beschluss durch den LH-Vorstand zum Anbot der Poolvermarktung - 24.5.2018
  • Aushang detaillierter Abwicklungsbedingungen - ab 25.5.2018
  • Deklaration der Teillieferungen (Lieferschein) für den Pool - 3.8.2018
  • Zustellung der Unterlagen über die Abrechnung - Ende August 2018
  • Vermarktung - bis zur neuen Ernte
  • Bekanntgabe des fixierten Preises und Endabrechnung durch das RLH - Anfang Juni 2019

Welche Grundsätze werden bei der Poolvermarktung verfolgt?

Ziel ist es, in der Poolvermarktung ein gutes durchschnittliches Ergebnis zu erzielen. Aufgrund der sich extrem rasch verändernden Preise ist es aber immer wichtiger, neben einer kontinuierlichen Bearbeitung des Kassamarktes bei drohenden Preisstürzen auch die Absicherungsinstrumente an Warenterminbörsen zu nutzen. Dazu sind gute finanzielle Ausstattung, Know How und entsprechende Erfahrung erforderlich. Über die Zusammenarbeit mit den Spezialisten des RWA-Konzerns versuchen wir, diese Vorteile konzentriert zu Ihrem Nutzen einzusetzen.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Ernte 2018 und eine „gute Hand“ bei der Auswahl Ihrer Verkaufsentscheidungen.
Hochachtungsvoll
Obmann Johann Oberhofer e.h.
Geschäftsführer Erich Reisenbichler M. A.